Als Nemera aus der REXAM Healthcare Gruppe entstand, erbte sie auch die MotionBLITZ® Cube3 von Mikrotron. Das Unternehmen mit Hauptsitz im französischen La Verpillière entwirft, entwickelt und fertigt Spendesysteme von Medikamenten. Das Portfolio umfasst unter anderem Augentropfen, Inhalatoren, Injektoren oder Insulinpens. 

Am Standort Neuenburg produziert das Unternehmen innovative Spendesysteme aus thermoplastischen Kunststoffen. Die im Spritzgussverfahren hergestellten Teile werden von vollautomatisierten High-Speed-Montageanlagen zum fertigen Endprodukt montiert. 

Die Fertigung von Arzneimittel-Spendersystemen bedingt sehr hohe Qualitätsanforderungen. Gleichzeitig muss sie den Ansprüchen einer sehr schnellen Taktrate im Mehrschichtbetrieb gerecht werden.

Im Jahr 2006 suchte Herr Martin Back, damals Produktionsbereichsleiter bei REXAM Pharma GmbH, nach einer effektiven Methode, um die schnellen Spritzguss- und Montageprozesse zu analysieren. Wurden Maschinen nämlich bei langsamen Taktraten eingestellt, konnten später in der schnellen Fertigung Probleme auftreten, deren Ursachen oft nicht unmittelbar lokalisierbar waren. Man suchte nach einer Möglichkeit, die Prozesse Millisekunde für Millisekunde aufzulösen. 

Im Auswahlverfahren punkten

Anfängliche Versuche mit normalen Camcordern scheiterten. Die erzielbare Bildfrequenz und -qualität erwiesen sich als ungenügend, so dass sich Herr Back nach Hochgeschwindigkeitslösungen umsah. Drei Anbieter kamen in die engere Wahl, die an drei identischen Anwendungsfällen ihre Systeme demonstrierten. Dies erlaubte dem Unternehmen aussagekräftige Vergleiche zu ziehen. 

Diese Hochgeschwindigkeitsaufnahme zeigt die Produktion von Blisterpackungen für Tages-Kontaktlinsen. Sie sehen den Start des Auswerfers im Presswerkzeugblock, direkt nach dem Spritzgießen. Dieser Vorgang stockte wiederholt, nachdem Blisterpackungen an den Nadeln steckengeblieben waren. Mithilfe von Zeitlupenstudien konnte die Pausenzeit der Maschine auf die Millisekunde genau eingestellt werden. Bei einer Auflösung von 1.280 x 1.024 Pixeln lieferte die MotionBLITZ® Cube3 Hochgeschwindigkeitskamera 500 Bilder pro Sekunde.

Die Entscheidung zugunsten der MotionBLITZ® Cube3 fiel wegen ihrer Leistungsfähigkeit, Kompaktheit und Mobilität. Sie überzeugte weiter durch einfache Bedienbarkeit und durch den günstigen Investitionsrahmen. Besonders die Funktionen der komfortablen internen Triggerung sowie der externen Ansteuerungsfähigkeit durch Maschinensignale stachen heraus. Der einzigartige Auto-Trigger „ImageBLITZ“ reagiert auf eingestellte Veränderungen im Bildinhalt. Selbst sporadisch auftretende Ereignisse werden schnell und zuverlässig erfasst. 

Von einfacher Bedienung profitieren

Da die MotionBLITZ® Cube3 einfach zu bedienen ist, ist die Hemmschwelle, damit zu arbeiten, sehr niedrig. Allein in den ersten sechs Monaten nach Anschaffung der Hochgeschwindigkeitskamera führten die Mitarbeiter rund 25 Analysen in unterschiedlichen Fertigungsbereichen durch.

Eine Analyse befasste sich beispielsweise mit der Fertigung von Insulinspritzen. Bei einer Taktrate von rund 200 Stück pro Minute wurden Bauteile regelmäßig beschädigt und verursachten Störungen wie auch Maschinenstillstände. Bei der Maschinenprogrammierung in langsamer Fertigung war alles in Ordnung. Bei normaler Produktionsgeschwindigkeit traten aber immer wieder Fehler auf, deren Ursache nicht erkennbar war. Die Bauteile wurden scheinbar nicht exakt positioniert. Das führte zu einer Mischung aus verminderter Leistung und Mängeln in der Qualität.

Die Hochgeschwindigkeitsaufnahmen ergaben eindeutige Ergebnisse von Ursache und Wirkung. Die Greifer öffneten sich zu früh. In jedem Videobild wurde zeitgleich das Steuersignal der Maschine eingespeichert. Dadurch wurde sehr genau festgestellt, um wie viele Millisekunden die Greifer zu früh geöffnet hatten. In Anwesenheit des Maschinenlieferanten konnte die Maschine neu programmiert werden. Gegenüber vorher erzielte man dadurch eine Effizienzsteigerung von rund 10 %. 

Mit schnellen Schritten zur Amortisation

Auch die nächsten Anwendungen mit der MotionBLITZ® Cube3 sorgten für erstaunliche Ergebnisse. Bei rund 80% der Analysen konnten zeitbezogene exakte Rückschlüsse gezogen werden, auf deren Basis die Fertigungsmaschinen optimal eingestellt wurden. Dazu bemerkt Herr Back: „Jeder, der einen Fehler entdeckt, stößt im Prinzip die Kette der Optimierung an. Vom Maschinenbediener über den Einrichter bis zum Prozessoptimierer. Das haben wir anfangs so nicht eingeplant. Die Ergebnisse übertrafen deutlich unsere Erwartungen.“ 

Er führt weiter an, „dass man die eingeplante Amortisationszeit von 2 Jahren unterschritten habe“. Und heute, nach fast 10 Jahren, leistet die MotionBLITZ® Cube3 weiterhin gute Dienste und „hilft in schwierigen Situationen.“

Bei der Aufstellung von neuen Maschinen und Anlagen ist es schon zum Standard geworden, die MotionBLITZ® Cube3 einzusetzen. Das Ziel ist aber bereits wesentlich weiter gesteckt. Umso früher man Probleme und Fehlerquellen entdecken kann, desto besser kann die Produktion anlaufen. Deshalb geht man bei Maschinenanschaffungen mit der Hochgeschwindigkeitskamera direkt zum Lieferanten und analysiert schon bei der Anlagenabnahme Problemfälle.