Elektrische Eisenbahn - Oberleitung im Ceneri Basistunnel

Dank der hochauflösenden Aufnahmen konnten die Details von Stromabnehmer und Streckentrenner vom Fachpersonal begutachtet und ausgewertet werden.

Speziell in Eisenbahntunneln kommen immer häufiger Stromschienen anstatt der herkömmlichen Kettenwerks-Oberleitungen zum Einsatz.

Dies spart erheblich Kosten bei der Infrastruktur, vor allem aufgrund der geringeren Bauhöhe und weil die Erdung von Bauteilen im Oberleitungsrissbereich entfällt.

Auch im Ceneri Basistunnel (CBT) sind solche Stromschienen im Einsatz.
Der CBT ist ein ca. 15 Kilometer langer, zweigleisiger Eisenbahntunnel im Schweizer Kanton Tessin. Er dient dem Gotthard Basistunnel in den Schweizer Alpen, dem längsten Eisenbahntunnel der Welt, als südlicher Zubringer. Der CBT wurde 2020 eröffnet.

Speziell Oberleitungsspezialist Furrer+Frey AG aus Bern hat sich mit Stromschienen für Geschwindigkeiten bis 250 km/h einen Namen gemacht. Sie hat die Stromschienenoberleitung im CBT geplant und geliefert und Europten hat sie eingebaut.

Mithilfe eines High-Speed Recording Systems CVR4.0 konnten die Mitarbeiter von Furrer+Frey zusammen mit Spezialisten der AlpTransit Gotthard AG und der Schweizerischen Bundesbahnen beobachten, wie sich der Stromabnehmer im Bereich des Streckentrenners bei verschiedenen Geschwindigkeiten verhält:

  • Unterschiede je nach Fahrtrichtung, im Kniegang (Gelenk nach vorn) sowie im Spießgang (Gelenk nach hinten).
  • Wie entstehen Lichtbögen? Wo genau zünden sie, wo und wie verlöschen sie wieder?
  • Wie genau kommt das aerodynamische Verhalten des Stromabnehmers hier speziell zum Tragen?
  • Im Fokus stand auch der damit verbundene Abrieb und Verschleiß am Kohleschleifstück des Stromabnehmers.

Die Videos wurden mit einer Kamera von Mikrotron mit 2.800 Bildern pro Sekunde mit einer horizontalen Auflösung von 2.336 Pixeln aufgezeichnet, was auch bei 200 km/h eine ausgezeichnete Grundlage für die Beurteilung und Auswertung bildete.

Video: Oberleitung im Ceneri-Basistunnel